zurueck vorwaerts

Ein Mann fürs Grobe / von Eric Assous

Ein Mann fürs Grobe
Fotos: DERDEHMEL
Theater: Schlosspark Theater Berlin
Regie: Frank-Lorenz Engel
Bühne: Tobias Schunk
Kostüm: Viola Matthies
Mit: Désirée Nick, Achim Wolff, Birge Funke, Anne Rathsfeld, Gerd Lukas Storzer, Raimond Knoll, Marko Pustisek, Chris Gebert

Spielzeit: 12. Januar 2013 — 07. Dezember 2013

///////     "Ein Mann fürs Grobe" - Gute Unterhaltung im Schlosspark Theater!
 Es darf gelacht werden, im Schlosspark Theater Berlin! "Ein Mann fürs Grobe" ist eine kurzweilige Theaterunterhaltung mit Witz und einigen recht deftigen Wortwechseln! In den Hauptrollen begeistern die waschechten Berliner Désirée Nick als Severine und Achim Wolff als Jean-Pierre.

Désirée Nick ist sicherlich ein großer Publikumsmagnet und bezaubert mit ihren eleganten Rollenoutfits. Es sei auch vorweggenommen, dass die Anziehungskraft von der Künstlerin vollkommen berechtigt ist und hier so richtig zur Geltung kommt. Schauspielerisch glänzte Désirée Nick, ohne Wenn und Aber. Sie gab als erfolgreiche Verlagsleiterin, Zicke und enttäuschte Ehefrau eine blendende Figur ab. Sicherlich passte die Rolle auch zu dem Auftreten der Diva, aber die künstlerische Leistung bestand nicht nur aus einer bloßen Reproduktion ihrer Kunstfigur. Das Ensemble spielte harmonisch zusammen und Achim Wolff entfaltet in der Rolle des Ex-Mannes Jean-Pierre im Laufe des Stückes immer mehr seine schauspielerischen Talente.

Jean-Pierre, offensichtlich wirtschaftlich ruiniert, bekommt eine Chance im Verlag und darf dort unter anderem Namen arbeiten. Dann gibt es natürlich einen Liebhaber, mit Namen Patrice, gespielt von Marko Pustisek, der wiederum nichts anbrennen lässt. Patrice arbeitet als Geschäftsführer im Verlag. Die Direktionsassistentin Celia, Birge Funke, hält der Verlagsleiterin den Rücken frei. Der unkonventionelle Botenjunge Guillaume, gespielt von Chris Gebert, spielt mit Leidenschaft seine Rolle. Besonders erwähnt ist noch der Lektor des Verlages, Gaetan. Der Schauspieler Gerd Lukas Storzer schlüpft in einer zauberhaften Weise in die Rolle als Autorenentdecker. Als dem Verlag das Buch "Porträt eines Mistkerls" angeboten wurde, nimmt die Geschichte an Eigendynamik ihren Lauf. In weiteren Rollen sind Raimond Knoll, als neuer Buchautor Lebovsky, und Anne Rathsfeld als Buchautorin Victoria zu bewundern. Eine schauspielerisch sehr gute Ensembleleistung, was sicher auch der Regiearbeit von Frank-Lorenz Engel zu verdanken ist.   ///////////  

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///////     Lustig, wenn Désirée Nick mit Mörder-Wimpern klimpert
 So ladylike kann nur eine Ex-Tänzerin die langen Beine stelzen und Hüften wippen. Wow! Und erst ihre Koderschnauze.
Als wäre "Ein Mann fürs Grobe" für Désirée Mick geschrieben worden. Mit Strassbrille und Mörder-Wimpern gibt sie die coole Geschäftsfrau, die ihren mittellosen Ex (Achim Wolff) als Putzmann einstellt und malträtiert. Rache ist Blutwurst. Theaterchef Didi Hallervorden hat das Stück in Paris für sein Schlosspark Theater entdeckt. Es hat Schwung und es gibt von Beginn an immer wieder Zwischenapplaus.   ///////////  

BILD



///////  Premiere im Schlosspark-Theater ist die deutsche und zugleich deutschsprachige Erstaufführung. Die Hauptrolle der erfolgreichen Verlagsleiterin Severine spielt die bekannte und beliebte Entertainerin Désirée Nick, die sich mit ihren Büchern auch als Autorin einen Namen machte; zuletzt mit dem Kochbuch –"Fürstliche Leibspeisen – Gerichte mit Geschichte".
Ihren vor 25 Jahren von ihr geschiedenen Ehemann Jean-Pierre spielt Achim Wolff, bekannt durch fast 100 Kinofilme und Fernsehproduktionen. Vom Romeo bis zum Mephisto im "Faust" spielte Wolff fast alle großen klassischen Rollen auf der Bühne, aber auch im Boulevard-Theater ist er zu Hause.
Der österreichische Schauspieler mit kroatischem Hintergrund Marko Pustisek als Patrice ist der Liebhaber der Verlagsleiterin, daneben hat er eine Affäre mit Celia, der hübschen Assistentin der Geschäftsleitung, die von Birge Funke mit viel Verve gespielt wird, deren Träume von einer Zukunft mit Patrice aber nicht in Erfüllung gehen.
Erst gegen Ende der Aufführung stellt sich heraus, dass Guillaume der Sohn von Severine und Jean-Pierre ist, der auf Wunsch seiner Mutter unter falschem Namen als Bürobote im Verlag jobbt. Chris Gebert als Nachwuchstalent gibt den Sohn voller Leichtigkeit und Spielfreude. Zu erwähnen sind Gerd Lukas Storzer als Gaetan und Raimond Knoll als Lebovsky sowie Anne Rathsfeld als Victoria, die ebenfalls zu der großartigen Ensemble-Leistung beitragen. Nach einigen komödiantischen Verwicklungen kommt alles zu einem guten Ende.
Eine Aufführung, die von dem Regisseur Frank-Lorenz Engel mit leichter Hand inszeniert wurde. Das begeisterte Publikum dankt mit nicht enden wollendem Applaus.   ///////////  

ReiseTravel, Edelgard Richter / Dela Press