zurueck vorwaerts

CABARET / Musical von Joe Masteroff / John Kander / Fred Ebb

Cabaret

Trailer

 
Theater: Schauspiel Kiel
Regie: Frank-Lorenz Engel
Musikalische Leitung: Ture Rückwardt
Bühne: Tobias Schunck
Kostüme: Claudia Kuhr
Choreografie: Regina Weber
Mit: Jennifer Böhm, Imanuel Humm, Rudi-Julian Hindenburg, Marko Gebbert, Claudia Macht,
Werner Klockow, Eva Krautwig, Victoria Fleer, Maxine Kazis, Luisa Rhöse, Melanie My Rosas,
Caroline Schwind, Lara de Toscano, Morten Daugaard, Andreas Gräbe, Ben Knop, Marco Knorz


//////////////////////     Mit nicht enden wollendem Applaus honorierte am Samstagabend das Publikum die Premiere von "Cabaret" im Kieler Schauspielhaus. Eindrucksvoll stellte das Ensemble erneut seine Vielseitigkeit unter Beweis.
Ausschweifende Partys und die verruchte Atmosphäre der Tanzlokale sind prägend für die "Roaring Twenties". "Cabaret" lässt das sündige Nachtleben jener Jahre überzeugend wiederauferstehen. Halbnackte, sich räkelnden Tänzerinnen in Strapsen sorgen immer wieder für ein Raunen im Publikum. Der Kit-Kat-Club ist bunt, schrill und frivol. Hier können die Besucher ihrer Vergnügungssucht frönen, sich einlullen lassen, das wahre Leben ausklammern.

Allen voran glänzt Imanuel Humm als Conférencier. Mit seinem clownähnlichen Aussehen – dem bleichen Gesicht, den schwarz umrahmten Augen und den roten Lippen – erinnert er an die Comicfigur "The Joker". Auch sein Charakter scheint daran angelehnt: Stets ein teuflisches Grinsen auf den Lippen, mimt er den albernen Spaßvogel und bringt die Zuschauer ein ums andere Mal zum Lachen. Doch das ist nur Fassade. Dahinter steckt etwas sehr Gefährliches, Angsteinflößendes. Auch tänzerisch kann Imanuel Humm mit seinen Kit-Kat-Girls und -Boys, allesamt Musicaldarsteller aus Hamburg, mithalten.

Brillant ebenfalls Jennifer Böhm. Kraftvoll und leidenschaftlich der Gesang, hingebungsvoll das Schauspiel. Emotionen, die den Zuschauer einfach mitreißen. Besonders charmant ist das Zusammenspiel von Claudia Macht als Fräulein Schneider und Werner Klockow als Herr Schultz, die ein frisch verliebtes alterndes Paar geben.   ///////////  

KielERleben, 27.11.2011



//////////////////////     Mit dem Musical "Cabaret" bringt das Schauspielhaus ein Stück der "Roaring Twenties" und ein Stück Berlin auf die Bühne in Kiel. Schrill, hell leuchtend, wit­zig aber auch dun­kel und trau­rig brin­gen die Schau­spie­ler mit Lie­dern von Fred Ebb das Lebens­ge­fühl der Ber­li­ner am Ende der Wei­ma­rer Repu­blik dem Publi­kum sehr nah. Am Ende stand ein sehr langer und begeis­teter Applaus und die Rufe nach Zugabe. Durch die her­vor­ra­gende Leis­tung der Schau­spie­ler und Bal­lett­tän­zer wurde die Stim­mung von 1929 in Ber­lin in das Thea­ter in Kiel gebracht. Ima­nuel Humm als der dia­bo­li­sche Con­fé­ren­cier des Clubs begeis­terte die Kie­ler durch sein groß­ar­ti­ges Spiel. Er trans­por­tierte nicht nur die fri­vole Atmo­sphäre des Clubs son­dern auch die Hand­lung des Stücks und die ent­spre­chen­den Stim­mun­gen der Sze­nen, beson­ders wenn Unheil über die Prot­ago­nis­ten her­ein­bricht. Somit war er nicht nur der Con­fé­ren­cier des Kit‐​Kat‐​Clubs, son­dern auch des gesam­ten Stücks. Das natür­li­che Spiel von Rudi Hin­den­burg, der Clif­ford Brad­shaw dar­stellte, brachte die Rolle des Ame­ri­ka­ners ein­neh­mend auf den Punkt und die Stimme von Jen­ni­fer Böhm als Sally Bow­les brachte gerade am Ende des Stücks Gän­se­h­aut­mo­mente auf die Bühne. Gene­rell war die Gesangs­leis­tung über­ra­gend.   ///////////  

Fördeflüsterer, Kiel, 27.11.2011



//////////////////////     Einbezogen in den Nachtclub wird in der Kieler Inszenierung auch der Zuschauer. Eingefangen schon von Tobias Schuncks genialer Raumgestaltung mit kreisenden, glitzernden Disco-Kugellampen und Tischchen mit Telefon zwischen der Rampe und der ersten Reihe. Die riesigen Leuchtbuchstaben des Titels beherrschen in voller Breite die Bühne, springen einen förmlich an. Auf die Rückseite der drehbaren B-A-R sind konkrete Konzentrate der bespielten Räume montiert. Ein Stockwerk höher sitzt wie im Zirkus die Kapelle.

Glänzend meistert das Kieler Ensemble die Hauptrollen. Als gertenschlanke, anschmiegsame und von vulgärer Eleganz geprägte Sally ist Jennifer Böhm mit großer mimischer Wandlungsfähigkeit auch erstaunlich gut bei Stimme. Mit trippelnder Geschäftigkeit und pointierter Selbstbehauptung charakterisiert Claudia Macht die altjüngferliche Wirtin Fräulein Schneider ebenso treffend wie Werner Klockow den rührend sie umwerbenden Herrn Schultz.
Überragend Imanuel Humms Conférencier und Showmaster, artifiziell überzogen mit diabolischen Zügen. Sogar tänzerisch mit von der Partie, wenn acht aus Hamburg importierte Kit-Kat-Girls und -Boys nach Regina Webers Choreografie den ganzen Laden immer wieder in Schwung bringen. Unwiderstehlich!   ///////////  

SHZ, 28.11.2011



//////////////////////     Jubel für Kieler Cabaret… Das Publikum rast…   ///////////  

KN, 28.11.2011