zurueck vorwaerts

Alles Astro / Frank-Lorenz Engel

Alles Astro
Theater: Komödie am Kurfürstendamm Theater / Gastspiele Berlin
Regie: Frank-Lorenz Engel
Bühne: Klaus-Ulrich Jacob
Ausstattung: Jutta Hattstein
Mit: Romanus Fuhrmann, Manon Straché, Torben Krämer, Astrid Kohrs, Sylvia Wintergrün


Hokuspokus um einen Sternenforscher
//////////////////////   620 Besucher der Komödie „Alles Astro” fühlen sich in der Brackweder Kulisse gut unterhalten
Brackwede (WB). Die Sterne standen günstig am Sonntagabend: Ein Schauspielstar und vier Sternchen funkelten am Bühnenfirmament der Brackweder Kulisse und verzauberten mit einer esoterisch-heiteren Inszenierung der Komödie „Alles Astro” die 620 Besucher. Das bekannteste Gesicht gehörte Manon Straché, die durch ihre Rolle der Blumenhändlerin Claudia Rantzow schon Anfang der 90er Jahre mit der WDR-Lindenstraße auf sich aufmerksam gemacht hatte. Viele kennen sie auch als Elfie Gerdes aus der ZDF-Serie „Girlfriends”.

In „Alles Astro” betreibt sie als Charlotte Allaun eine gut gehende Astrologie-Praxis, von der ihr Mann, der Astrophysiker Lothar (Romanus Fuhrmann), nichts wissen darf. „Astrologie ist Volksverdummung. Astrologen ziehen den Leuten das Geld aus der Tasche und bringen uns in Misskredit”, ist die Meinung des für den Nobel-Preis nominierten Astronomen.

Doch kaum ist der Gatte aus der Tür, empfängt Charlotte ihre Kundschaft in der esoterisch geschmückten Wohnung. Mit allerlei „Musch” und „Rusch” kommentiert sie ihre Orakelmethoden, liest aus Muscheln und Runen und gerne auch aus den Ergebnissen von Internetsuchmaschinen. Ihren Budenzauber betrachtet sie selbst so nüchtern wie ihr Mann seine stellaren Konstellationen.

„Der Mensch braucht das Klischee”, meint Charlotte und bedient es gegen finanzielle Entschädigungen sehr gern. Ihre Stammkundin, eine Operndiva (herrlich schräg: Sylvia Wintergrün) lässt sich immer wieder ihr Schicksal prognostizieren. Wenn ihr Tristan in der nächsten Wagner-Oper ein Skorpion im Tierkreiszeichen ist, eilt die Sängerin auch schon mal zur Notsitzung bei Charlotte.

Die weiß ihre Nebeneinkunft gut zu verheimlichen, bis sie eines Tages den Assistenten ihres Mannes (Torben Krämer) für einen Kunden hält. Der junge Astronom verspricht, ihr Geheimnis zu wahren, wenn sie ihm im Gegenzug hilft, seine Ehe wieder in Schwung zu bringen. Mit einem Liebeselixier wollen sie seine Frau Isabelle (Astrid Kohrs) bei einem gemeinsamen Abendessen betören, doch der Trank hat fatale Folgen: Anstatt sich wieder in ihren eigenen Mann zu verlieben, verguckt sich Isabelle in Charlottes Lothar und verfolgt ihn auf Schritt und Tritt.

Nichts ahnend vom Hokuspokus seiner Frau, greift auch der Professor zu ungewöhnlichen Methoden. Gemeinsam mit seinem Assistenten vollzieht er eine Voodoo-Zeremonie, um Isabelles Liebeswahn auf den richtigen Mann umzulenken. Die Schauspieler Romanus Fuhrmann und Torben Krämer nutzten diesen Ausflug in die schwarze Magie, um, mit Muschelketten und Federhüten bewaffnet, einen Himmelstanz zu vollführen, der - einer Supernova gleich - alles andere in den Schatten stellte und zu spontanem Applaus des Brackweder Publikums führte.

In „Alles Astro” konnten somit auch die Sternchen neben dem souverän agierenden Star Manon Straché hell erstrahlen. Bis zum Happy End, an dem wieder zusammenfand, was zusammengehörte und alle Geheimnisse aufgedeckt wurden, boten sie den Zuschauern ein unterhaltsames Stück über Pseudo-Wissenschaft, interstellare Probleme und die Irrungen und Wirrungen der irdischen Liebe.   ///////////  

www.westfalen-blatt.de, Kerstin Panhorst, 19.04.2011



Der Liebestrank
///////////   Baunatal. Wenn seriöse Wissenschaftler sich plötzlich mit Farbe beschmieren und per Wodka, Haschisch und wilden Beschwörungstänzen zu Liebes-Voodoo-Priestern mutieren, dann muss schon einiges passiert sein. Der Esoterik-Branche und dem nicht minder boomenden Sensationsjournalismus hält das Stück „Alles Astro” (Text und Regie: Frank Lorenz Engel) den komödiantisch polierten Spiegel vor.

Am Dienstag gastierte die „Komödie am Kurfürstendamm” damit vor 400 Besuchern in der Baunataler Stadthalle. „Ich heiße Lola Alraune. Eine Beratung kostet 20 Euro, die Stunde 75”, haucht die Astrologie-Beraterin per Telefon einer Anruferin ins Ohr. Ihrer Kundin, einer durchgeknallten Operndiva (Sylvia Wintergrün) kann geholfen werden: „Ich lege mal die Karten und pendele danach das Problem aus.”
Eigentlich heißt die Astro-Dame ja Charlotte Allaun (Manon Straché) und ist mit dem schusseligen Astronomie-Professor Lothar Allaun (Romanus Fuhrmann) verheiratet, doch der darf davon nichts erfahren. Als sein Assistent Thomas Marx (Torben Krämer) dahinter kommt, treffen die beiden eine geheime Abmachung. Marx schweigt, dafür wird sie ihm helfen, seine Frau Isabelle (Astrid Kohrs), eine kalte, sensationsgierige Redakteurin, durch einen okkulten Liebestrank wieder zur zärtlichen Gattin zu machen.
Der Pferdefuß: Wer nach Genuss des Gebräus als Erster erblickt wird, für den entflammt das Herz. Bedauerlicherweise ist das nicht der Assistent, sondern der Professor. Die Lage scheint hoffnungslos. Doch in der Not können selbst introvertierte Wissenschaftler zum großen Vergnügen des Publikums zu wilden Voodoo-Priestern werden.
Fazit: Pointenreiche Unterhaltung mit beträchtlicher Realitätsspiegelung. Die bestens aufgelegte Darstelleriege, allen voran Manon Straché und Sylvia Wintergrün, ließ die Lachmuskeln des Publikums kräftig vibrieren.   ///////////  

www.hna.de, Steve Kuberczyk-Stein, 13.04.11



Wunderdroge soll Ehe retten
///////////   Lüdenscheid. „Diese selbsternannten Astrologen: Ziehen den Leuten das Geld aus der Tasche und bringen uns Astronomen in Misskredit!” Auf Astrologen ist Professor Dr. Lothar Allaun, in Frank Lorenz Engels kurzweiliger Komödie „Alles Astro” für den Nobelpreis nominiert, nicht gut zu sprechen.

Humbug, diese Sterndeuterei! Was er nicht ahnt: Gattin Charlotte betreibt hinter seinem Rücken eine florierende Astrologiepraxis. Ihr Geld legt sie zurück, um ihn nach Emeritierung und geplanter Buchveröffentlichung mit einer Nordlicht-Kreuzfahrt zu überraschen. Es kommt wie es kommen muss: Das gut gehütete Geheimnis fliegt auf - und löst eine Lawine von Turbulenzen aus. Humorvoll nahm die Berliner Komödie am Kurfürstendamm die Esoterik am Freitagabend im nahezu voll besetzten Kulturhaus auf die Schippe.
Mit Romanus Fuhrmann als Professor Dr. Lothar Allaun und Manon Straché als seine Gattin Charlotte in den Hauptrollen prominent besetzt, spielte das heitere Stück lustvoll mit der Nähe von Spiritualität und Wissenschaft. Ein Liebeselixier, das das Blut in Wallung brachte, wirbelte in der gefeierten Tourneepremiere das Leben zweier Paare mächtig durcheinander.

Wissenschaftler setzt auf Voodoo-Kult
In der Rolle des Dr. Thomas Marx, designierter Nachfolger von Professor Allaun, kam Torben Krämer hinter Charlottes Geheimnis. Astrid Kohrs mimte seine karrierebesessene Gattin Isabelle, für die der Liebestrank bestimmt war. Seine angeschlagene Ehe suchte Thomas mit der Wunderdroge zu retten. Pech nur, dass Fernsehjournalistin Isabell beim Verabreichen des Mittels just dem Professor in die Augen schaute und fortan von ihm und nicht ihrem Ehemann besessen war. Als Charlottes beste Kundin drehte Sylvia Wintergrün in der Rolle der Operndiva Elisabeth Niederberg-Held munter am Katastrophenrad mit. Am Ende wusste sie besser als die überrumpelte Astro-Lola und ihr bekehrter Astro-Lothar über die übersinnlichen Kräfte zwischen Himmel und Erde Bescheid.
Aus harmlosen, unterhaltsamen Anfängen mauserte sich das Stück zu einer handfesten Burleske, als sich ausgerechnet Lothar auf seine Voodoo-Kenntnisse besann, um den Liebeswahn Isabells auf den Richtigen - Thomas - zu lenken.

Wortwitz und Situationskomik
Außer Rand und Band zelebrierten der Professor und sein Assistent eine aberwitzige, zwerchfellerschütternde Voodoo-Zeremonie, nach der sich Isabell - welch Wunder - wieder auf den einzig wirklich wichtigen Menschen in ihrem Leben besann. „Außergewöhnliche Situationen verlangen außergewöhnliche Maßnahmen”, dazu der Prof.
Reich an Überraschungen, Wortwitz und Situationskomik war das von einer prächtig aufgelegten Schauspielerriege augenzwinkernd dargebotene Stück. Hand in Hand mit der Esoterik bekamen die Medien ihr Fett weg.   ///////////  

www.derwesten.de, Monika Salzmann, 11.04.11