zurueck vorwaerts

Madragola / von Max Christian Feiler nach Niccolò Machiavelli

Mandragola
Fotos: Hans Winkler
Theater: Fritz-Rémond-Theater Frankfurt
Regie: Frank-Lorenz Engel
Bühne: Hans Winkler
Kostüme: Ulla Röhrs
Mit: Iris Atzwanger, Katarina Schmidt; Peer Jäger, Christopher Krieg, Francesco Russo

PREMIERE: 16. März 2017
Spielzeit: 16.03.-23.04.2017

Edelmann Callimaco liebt Lucrezia, doch die Schöne ist bereits mit dem reichen, ältlichen Senator Nicia verheiratet. Der hat hingegen ein ganz anderes Problem: Die Ehe mit seiner jungen Frau ist noch immer kinderlos, was ihn nicht nur zum Gespött der Stadt macht, sondern auch noch eine ganze Stange Geld kostet, denn die Regierung will Kinderlosigkeit hoch besteuern. Callimaco und sein Diener Siro schmieden einen ausgeklügelten Plan: Verkleidet als Arzt, verschreibt der listige Casanova Lucrezia einen Trank aus der Mandragola-Wurzel, der für Nachwuchs sorgen soll. Das Wundermittel ist nicht nur sicher, sondern todsicher: Der erste, der Lucrezia beiwohnt, zieht das ganze Gift der Mandragola an sich und muss sterben. Hin- und hergerissen zwischen der Angst vor dem scheinbar sicheren Tod und dem steuererleichternden Kinderwunsch, lässt sich Senator Nicia schließlich von der Notwendigkeit der Medizin überzeugen. Allerdings unter einer Bedingung: Ein Ersatzmann für die erste Nacht muss her – den Callimaco prompt aus der Verwandlungskiste zaubert.

Niccolò Macchiavelli, berühmt und berüchtigt für seine staatspolitischen Schriften, hat mit La Mandragola nicht nur eines der berühmtesten Stücke der Renaissance geschaffen. Geschrieben um 1520 gilt das frech-frivole Lustspiel rund um menschliche Schwächen und Eitelkeiten heute als eine der frühesten, selbstständigen Komödien der europäischen Literatur und gleichsam als politische Allegorie im Sinne von Machiavellis Philosophie. Entgegen der bis dahin gültigen Vorstellung vom antiken Theaterideal sprüht das Stück vor nuancenreichem Wortwitz und eilt in der Bearbeitung von Schriftsteller und Theaterkritiker Max Christian Feiler mit unglaublichem Tempo von einer Pointe zur nächsten.


///////   "Zwei wohltuende Stunden im Zootheater. "Mandragola" begeistert durch kecke Kostüme, schöne Sprache, agile Akteure, wuchernden Witz. In der Inszenierung von Frank-Lorenz Engel kommt das 500 Jahre alte Stück absolut taufrisch daher." ///////  
BILD Frankfurt



///////   "Wenn der Vorhang im Rémond-Theater sich öffnet, blickt das Publikum auf ein wunderschönes Renaissance-Bühnenbild [und] Renaissance-Mode vom Feinsten. Dem Augenschmaus folgt ein auditives Vergnügen.Zwischen den beiden Dienern [Siro und Fiametta] wird der Kampf um die Macht zum Geschlechterkrieg um die bessere Pointe. Das hat große Klasse und erinnert an Shakespeares Benedikt und Beatrice." ///////  
FAZ



///////   "Eine wunderbar leichtfüßige Komödie. "Mandragola" lebt von herrlich frivolen Dialogen und Wortgeplänkeln, die gekonnt zwischen geistreich und derb changieren und dabei allerlei menschliche Schwächen vorführen. Lehrreiches Stück über Moral, das auch heute noch aktuell ist. Toll: das Bühnenbild von Hans Winkler." ///////  
Offenbach Post



///////   "Vom ersten Moment an gefällt die Inszenierung. Die Dialoge sind pointiert. Vom darin enthaltenen Scharfsinn entgeht einem nichts, weil sich die Darsteller genügend Zeit zum Formulieren nehmen. Die Sätze sprudeln trotz philosophischer Anleihen ganz natürlich hervor. Das sorgt für köstliches Vergnügen." ///////  
Frankfurter Neue Presse



///////   "Ein schönes Bühnenbild öffnet uns den Blick auf eine von florentinischen Palästen gesäumte mächtige Treppe. Ein Fest der Farben sind die florentinischen Kostüme, die wechselnden von Callimaco erhalten sogar Sonderapplaus. Die Glanzpunkte des Abends liefert der parallel zur Callimcao-Lucrezia-Story verlaufende Streit zwischen Siro und Zofe Fiametta. Es ist ein zäher und – möchte man sagen: auf hohem städelschen Niveau ausgefochtener Geschlechterkampf mit einer eindeutigen Siegerin, der auch in schauspielerischer Hinsicht die runde Ensembleleistung dieser schönen Aufführung krönt." ///////  
Strandgut