zurueck vorwaerts

Faust I

Johann Wolfgang von Goethe

Faust
© 2017 Brüder Grimm Festspiele



Theater: Festspiele Hanau
Regie: Frank-Lorenz Engel
Bühne: Tobias Schnuck
Kostüme: Ulla Röhrs
Musik: Valentin von Lindenau
Mit: Thomas Peters, Patrick Dollmann, Katarina Schmidt, Andrea Wolf, Detlev Nyga, Benedikt Selzner, Carolin Sophie Göbel, Udo Thies, Marius Schneider, Gregor Andreska, Katja Staub, Iris Kragh, Helnut Potthoff, Michael Gaschler

PREMIERE: 10. Juni 2017
Spielzeit: 10.006.-29.07.2017



Dr. Faust ist verzweifelt. Trotz jahrzehntelangem Studium und hoher Anerkennung als Gelehrter seiner Zeit, ist er unzufrieden und unbefriedigt auf seiner Suche nach dem Sinn des Lebens. Das macht ihm zum perfekten Spielball für Mephisto, der ihm prompt eine Verjüngungskur verschafft und ihm mit weiblichen Reizen und Exzessen den Kopf verdreht. Margarete, genannt Gretchen, verfällt Faust und lässt sich in eine Liebschaft verwickeln, die sie alles kosten wird, was ihr lieb ist. Die Tragödie nimmt ihren Lauf, als Gretchen, von Faust betrogen und sitzen gelassen, zur Kindsmörderin wird.

Goethes Klassiker findet seinen Weg auf die Festspielbühne. Das Drama des Grimm Zeitgenossen ist eine Irrfahrt von tiefen Emotionen, mystischen Abgründen und dem inneren Kampf zwischen Gut und Böse.


///////  Skurril und ergreifend: Goethes Faust in Hanau
„Die Hexenküche als Irrenanstalt voller blutiger Gruselgestalten, die Walpurgisnacht im extravaganten erotischen Ambiente der Rocky Horror Picture Show und ein Mephisto in hautengem, roten Leder: es geht richtig zur Sache bei der Inszenierung von Goethes Faust (…) Dazu präsentiert Festspielleiter und Regisseur Frank-Lorenz Engel jede Menge Feuerwerksfontänen, farbig-wabernde Dämpfe und immer wieder düster-rhythmische Hintergrundmusik. Seit drei Jahren bringt Engel in jeder Saison neben den Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm auch ein bekanntes Stück ihrer Zeitgenossen (…) der deutsche Klassiker schlechthin, den der Regisseur in ein modernes und schillerndes Gewand packt. Dabei verfremdet er das bekannte Drama nicht zu stark. (…) eindringliche Szenen (…) Katarina Schmidt verkörpert die Anmut und die Not des jungen Mädchens mit Gefühl und Ausdruckskraft. Patrick Dollmann zeigt einen kraftvollen, verschlagenen und bösen…Mephisto. Auch Thomas Peters als Faust passt hervorragend zur Rolle. Überzeugend beschreibt er den Gelehrten und Wissenschaftler als mutlosen, etwas weinerlichen Mann, dessen besessene Suche nach Erkenntnis in die Gier nach reiner Lust umschlägt. […]“ ///////  
Luise Glaser-Lotz, FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG, 12.06.2017



///////  Ungeschönter Blick in menschliche Abgründe
„[…] Bei der Präsentation von Werken Grimmscher Zeitgenossen hat Festspielintendant Frank-Lorenz Engel mit Goethes Faust I … eine unter die Haut gehende Inszenierung geschaffen (…) der Theaterdirektor (Frank-Lorenz Engel) hat sein Ensemble nicht zu Wortspielereien auf die Bühne geholt. „Lasst genug geschehen“, ermuntert er die Akteure. Diesem Wunsch wir die Inszenierung in den dann folgenden zwei Stunden gerecht. Bereits in Dr. Fausts (Thomas Peters) Studierzimmer wird die Seelenqual des Gelehrten deutlich. (…) Es folgt Fausts Verjüngung im alchemistischen Delirium als Einstieg in den unaufhaltsamen Abstieg, dessen Strudel ein grandios agierendes Ensemble einleitet (…) Gretchens eindringlich gesprochenes „Heinrich, mir graut vor Dir“ steht als letzter Satz einer Inszenierung im Raum, die als ganz starkes Stück Theater vom Premierenpublikum mit langem Applaus belohnt wird.“ ///////  
Dieter Kögel, OFFENBACH POST/HANAU POST, 12.06.2017



///////  Des Pudels kern – teuflisch gut
„[…] Festspiel-Intendant Frank-Lorenz Engel hat sich dem zeitlosen Stück in dieser Festspielsaison gestellt und…mit Bravur gemeistert. (…) Noch bevor das eigentliche Stück beginnt, katapiultiert Engel sein Publikum mitten rein in die Faustsche Welt: eine Zitatenflut wird zum Besten gegeben von der kreuz und quer über die Bühne laufenden Besetzung. (…) Sätze mit Wiedererkennungswert, Worte, mit denen Engel sein Publikum leicht einfänt. Beim Vorspiel auf dem Theater steht er als Theaterdirektor gar selbst auf der Bühne, fachsimpelt mit einem Theaterdichter über dessen Werk und gibt Tipps (…) Dollmanns Spielfreude, seine Bühnenpräsenz und sein Spielwitz, seine Wut, gar sein teuflischer Gesang sind großartig, die Rolle des Teufels ist ihm wie auf den Leib geschrieben, und würde er nicht Satan verkörpern, man wäre geneigt mit diesem verteufelt humanen Gesellen zu sympathisieren. (…) zuvor begeistern vor allem drei Szenen: die Hexenküche…genial surreal (…) Die Walpurgisnacht, eine einzige große Orgie ... Voller Sex (…) Und letztlich die Kerkerszene (…) Katarina Schmidt überzeugt auf voller Linie als unschuldig schuldiggewordene, geht als wahnsinnige, die Mutter, Kind und Geliebten verloren hat, doch letztlich von Gott gerettet wird, unter die Haut. Nach knapp drei Stunden … können sich vorrangig Patrick Dollmann als diabolischer Spieler und Katarina Schmidt als gepeinigtes Mädchen mit stehendem Applaus feiern lassen. Viel Freude bereitet auch Andrea Wolf, die als Marthe und in diversen anderen Rollen auf der Bühne eine enorme Präsenz einnimmt. Die drei stehen an der Spitze einer überzeugenden Ensemble-Leistung (…) Für den überaus mutigen Bogen, den Faust die Märchenbühne zu bringen, muss Frank-Lorenz Engel Respekt gezollt werden. Eine gelungene Inszenierung […]“ ///////  
Kerstin Biehl, HANAUER ANZEIGER, 12.06.2017



///////  „Faust“ begeistert Publikum mit starken Emotionen
„[…] was für eine zündende „Faust“ Inszenierung! (…) Mit Johann Wolfgang von Goethes Klassiker hat Regisseur Frank-Lorenz Engel, zugleich Intendant der Festspiele, … alles Richtig gemacht. (…) Das Drama beinhaltet alles, was einen erfüllten sommerlichen Open-Air-Abend ausmacht: geballte Dramatik, tiefe Emotionen, ein Kampf zwischen Gut und Böse, starke Darsteller und ein tolles Paket an „Zauberwerk“ (…) lang anhaltender Beifall für die Top-Leistungen. (…) Kostümbildnerin Ulla Röhrs vollbrachte für diese Inszenierung eine Höchstleistung! (…) Das Publikum…ist begeistert von einem ganz starken Mephisto (Patrick Dollmann), der mal zu Beginn mit Teufelsschwanz, danach ohne dieses Attribut in roten Lederhosen, mit zwei verschiedenen Augenfarben und Schminke sehr erotisch daher kommt. (…) Der Inszenierung gelingt es, auch die Lebenssituationen der Nebenfiguren – sei es Wagner, der Schüler oder Marthe Schwertlein – minutiös in den Mittelpunkt zu stellen, ohne die Hauptgeschichte zu schmälern. In einem genialen Zauberwerk wird Faust kurz vor der Pause in einem von Irren bewohnten Hexenkessel verjüngt – und die Herzen der Zuschauer stehen fast still vor Spannung. (…) Katarina Schmidt spielt die Klassiker-Rolle mit tiefstem Herzblut von der berühmten Kästchen-Szene an bis zum abgrundtief traurigen Finale im Kerker. (…) Ganz großes Theater bietet „Faust“ in der Hanauer Inszenierung. Und zeigt nachdrücklich, dass Goethes Themen – rund 200 Jahre nach der Uraufführung – topaktuell sind.“ ///////  
Doris Huhn, MAIN-ECHO, 12.06.2017



///////  Des Pudels Kern als teuflische Überraschung
„[…] Den drei Hauptakteuren gelang es…, mit großer Emotion auf einfühlsame Weise ihre Rollen zum Leben zu erwecken. Besonders Patrick Dollmann als charismatischer Mephisto, der trotz seiner teuflischen Art auch durch Humor und Charme zu überzeugen weiß (…) mit Leichtigkeit schafft Dollmann den Spagat zwischen der süffisanten Art, mit der Mephisto auf das menschliche Handeln blickt und dem charmant-humorvollen Verführer, dem die Menschen nur zu gerne nachgeben. Aber auch Thomas Peters als Faust gelingt es vortrefflich, die Zerrissenheit seiner Figur auf die Bühnenbretter zu bringen, und Gretchen-Darstellerin Schmidt führt beklemmend vor, wie die junge Frau nach dem Mord an ihrer Mutter und dem unehelichen Kind dem Wahnsinn verfällt und ihrem nahen Ende entgegenblickt. Für die gelungene Umsetzung des Klassikers unter der Regie von Festspielintendant Frank-Lorenz Engel sorgen dabei auch die von Valentin von Lindenau geschickt platzierten musikalischen Einlagen (…) Für optische Reize sorgen vor allem die Szenen rund um die Walpurgisnacht und die Verjüngung des Dr. Faust, bei der sich auch Kostümbildnerin Ulla Röhrs voll entfalten konnte. Herausgekommen ist ein gelungenes Gesamtwerk, das es schafft, die tragische Geschichte in ihrer gesamten Dramatik gekonnt zu erzählen, ohne sich in tiefer Düsternis zu verlieren. Das Hanauer Publikum belohnte die Darsteller mit anhaltendem Applaus.“ ///////  
Jutta Link, MITTELHESSENBOTE, 14.06.2017